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Interludium[41]
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Prolog[1]
Neuzugänge
2. Spieltag 10/11
1. Runde DFB-Pokal 10/11
Schimpf und Schande
34. Spieltag 09/10
32. Spieltag 09/10
30. Spieltag 09/10
Hysterie macht Auflage
28. Spieltag 09/10
26. Spieltag 09/10
24. Spieltag 09/10
Syndication
29 Aug 2010   02:25:40 pm
2. Spieltag 10/11
Werder Bremen - 1.FC Köln 4:2

Dank der niederschmetternden Tordifferenz von Minus 4 kann jetzt mit Fug und Recht behauptet werden, dass der Saisonstart noch katastrophaler als letztes Jahr gelungen ist. Und das, obwohl sich der Tag, bis zu dem von Marin erarbeiteten Elfmeter, ausgesprochen freundlich präsentierte. 'Der Junge ist mit fairen Mitteln eben kaum zu stoppen' würde an dieser Stelle ein wohlgesonnener Sportjournalist anmerken, 'druckempfindlich wie ein gammliger Apfel' ein ehrlicher Kleingärtner. Aber bevor das Unheil seinen Lauf nahm, durfte nach einer ungezwungenen Busfahrt die lokale Spitzengastronomie 'Taubenschlag' in Augenschein genommen werden. Hier konnten die Gäste aus der großen Stadt überraschend ungestört ihrer Liebe zum eigenen Verein Luft machen, während seitens der Verantwortlichen der Versorgung mit ortstypischen Erfrischungen (kein Hasch, kein Crack - nur Haake-Beck) auf europapokalreifem Niveau nachgegangen wurde. Lediglich ein fetter Hanseat, welcher seinem Neid ob des rheinischen Frohsinns im sonst eher wenig mitteilsamen Norden durch seine offen zur Schau getragene Bitterkeit Ausdruck verlieh, wusste unangenehm aufzufallen. Neben dem toten Vogel, welcher von seinem staubigen Plätzchen über der Theke aus dem bunten Treiben mit jener hölzernen Verschwiegenheit begutachtete, für die Norddeutschland überregionale Berühmtheit genießt.

Nach Spielende ließ auch der Himmel seinem Unmut freien Lauf (Petrus muss als Katholik auf Seiten der Domstädter stehen, anders lässt sich der Versuch einer Sintflut pünktlich zum Abpfiff nicht erklären), wodurch der Abschied noch leichter fiel und auf dem Rückweg die Frage diskutiert werden konnte, wodurch die Reisestrapazen eigentlich noch zu rechtfertigen seien. Ein müßiges Thema, denn mit Sicherheit werden sich zum nächsten Auswärtsspiel wieder die gleichen Gestalten aufmachen, allein schon aus Angst, das große Fußballwunder zu verpassen, das auf jeden Fall eines Tages für alles entschädigen wird. Wo diese Gewissheit allerdings herrührt, bleibt wohl eines der größten Geheimnisse unserer Zeit. Auf jeden Fall muss es schon ein verdammt überdimensioniertes Wunder sein, um für Fahrten wie diese zu entschädigen.

Kategorie : Interludium | Autor : hermann | Kommentare[0] | Trackbacks [0]
16 Aug 2010   05:06:20 pm
1. Runde DFB-Pokal 10/11
ZFC Meuselwitz - 1.FC Köln 0:2

Nur kurz durfte sich der gewillte Allesfahrer aus dem zweitwestlichsten Bundesligaspielort auf eine Saison freuen, die, dank der Abstinenz der lokalen Sportvereine, keine Reisen in die östlichen Bundesländer vorsah, denn bereits Anfang Juni holte die Auslosung der ersten Pokalrunde den ZFC Meuselwitz nach ganz oben auf die To-do-Liste der Domstädter.

Da öffentliche Verkehrsmittel im Thüringischen Hinterland ähnlich seltene Phänomene wie Meisterschaftsfeiern in Leverkusen zu sein scheinen, mussten dem Individualverkehr einmal mehr Rauchopfer in Form von fossilen Brennstoffen dargebracht werden. Schockiert stellte ich unterwegs fest, dass der freie Blick auf das architekturgeschichtsträchtige Panorama Jena-Lobedas von der Autobahn aus auf verbrecherische Weise durch einen Tunnel und darauffolgende Steinwälle verbaut wurde. Wie konnte die UNESCO vor dieser Gräueltat die Augen verschließen? Doch bald darauf, nach Verlassen der Autobahn, wusste die Landschaft mit einer beeindruckenden Demonstration des riesigen Spektrums verschiedener Grautöne zu beeindrucken. Karge Äcker, grauer Himmel und dazu ein alles abrundender dichter Nebel warfen die Frage auf, wo denn die versprochenen blühenden Landschaften geblieben sind, beziehungsweise ob diese je geliefert wurden. Nur dank modernster Satellitennavigation war uns das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein, nicht zu nehmen, denn die Welt da draußen machte eher den Eindruck, dass ihr Ende bald erreicht wäre. Doch das Ortseingansschild mit der Aufschrift ‘Meuselwitz’ existiert tatsächlich, und sofort wurde klar, dass der Grund, warum bislang keine Sonne zu sehen war, der ist, dass sie hier eben nicht am Himmel, sondern in den Herzen der Einheimischen scheint. Die Ankündigung “die Kölner kommen” schien hier jedenfalls keine Beunruhigung, sondern eher wohlgesonnene Neugier ausgelöst zu haben, denn der Großteil der Bewohner des Ortsteils Zipsendorf verbrachte seinen Sonntag damit, durchs Wohnzimmerfenster oder über den Vorgartenzaun hinweg den rot-weißen Auftrieb in den schmalen Straßen zu bestaunen. Auch das Personal im Stadion bestätigte, trotz eines zum Teil recht befremdlichen Äußeren, diesen Eindruck, wie beispielsweise der Wurstverkäufer, der hinter den notdürftig errichteten Zusatztribünen auf einer liebevoll mit Stroh ausgelegten Matschewiese neben zahlreichen Chemieklos durch ein Loch in einem Maschendrahtzaun die Früchte seiner kulinarischen Grillkunst feilbot. Optisch eher das Klischeebild eines Zonen-Hools (so breit wie groß, rasierter Schädel, Latzhose), wusste er jedes seiner Produkte mit einem unterhaltsamen Schwank zu garnieren, wie etwa: ”Wie, ihr habt Flutlicht in Köln? Ich dachte, da gäb es nur Baustellenlampen.” Oder auf seine Käfighaltung angesprochen: “Ich fühle mich hier auch wie im Knast. Und das nach vierzig Jahren DDR.” Im Thüringer Dorfakzent gesprochen haben diese Aussagen natürlich höheren Unterhaltungswert. Fast so viel jedenfalls, wie die vermeintlich erzieherischen Worte aus einem Transporter mit Dresdener Kennzeichen, welche uns auf dem Rückweg, während wir, ob eines kilometerlangen Staus wegen einer Schlammlawine, an der Leitplanke unsere Notdürfte verrichten mussten, wohl zu besserem Benehmen anspornen sollten, aber leider wegen ihrer absoluten Unverständlichkeit bis auf ein abschließendes “ihr Gurkenpisser“, wirkungslos verpufften.

Bleibt also nur zu hoffen, dass die Auslosung der nächsten Pokalrunde nicht als große Überraschung Chemnitz ergibt, denn einerseits waren ja für diese Saison gar keine Reisen in diese Richtung geplant, und andererseits darf bezweifelt werden, ob die Menschen in Sachsen mit der Freundlichkeit der Thüringer mithalten können, schließlich hat mich bei Aktivist Zipsendorf niemand einen Gurkenpisser genannt. Was auch immer das sein mag.

Ach ja, Fußball wurde übrigens auch noch gespielt: Humor- und espritlos regelte der FC mit zwei Treffern in der ersten Halbzeit das Nötigste für ein Weiterkommen. Danach wurden Ressourcen geschont, so dass für das Heimpublikum eine Restspannung bis zum Abpfiff erhalten blieb. Egal, für die Unterhaltung auf unserer Seite hatten eh schon die Randerscheinungen vor Ort gesorgt.

Kategorie : Interludium | Autor : hermann | Kommentare[0] | Trackbacks [0]
09 May 2010   04:51:37 pm
34. Spieltag 09/10
1. FC Nürnberg - 1.FC Köln 1:0

Letzte Auswärtsfahrt, letzter Spieltag, letzte Niederlage für diese Saison. Und dafür durfte nach Franken gereist werden, wo der Tourismusverband mit dem Satz „Schlemmen wie Gott in Franken“ wirbt. Falls Gott Biertrinker ist (wovon bei genauerer Betrachtung seiner Schöpfung auszugehen ist) und sich schon einmal ins Frankenstadion verirrt hat, hätte er ob der Erzürnung über die hier servierte Gemeinheit sicherlich den Klassenerhalt zu vereiteln gewusst. Hat er aber nicht, außerdem vermittelt die Spielstätte auch nicht unbedingt den Eindruck, der adäquate Aufenthaltsort für höhere Wesen darzustellen. Aber genug gemeckert, an dieser Stelle soll allen Beteiligten für diese letzten Endes doch recht erfolgreiche Saison (Klassenerhalt – nichts regiert besser) gedankt werden, welche einmal mehr bewiesen hat, dass sich Reisestrapazen in vollem Umfang lohnen, durfte sich das geduldsschwache Kölner Heimpublikum doch lediglich an drei Siegen ergötzen. Kein Dank geht nochmals ausdrücklich an den Security-Schergen am Gästeblock in einem degenerierten Chemiekaff unweit meiner Heimatstadt, hat dieser doch mit seiner Gräueltat einen weiteren Vierunddreißiger für meine Person verhindert.

Nach der albernen Fußball-Großveranstaltung in diesem Sommer, die wieder scharenweise inkompetente Jubelperser aus ihren Löchern treiben wird, welche sich zu schlecht gekleideten Gruppen formieren, um gemeinsam eine Leinwand anzublöken, darf sich der fundierte Getriebene in Sachen Fußball wieder auf die Auslosung der ersten Pokalrunde freuen, die uns bekannt gibt, welches exotische Reiseziel, fernab der Glitzerarenen mit bescheuerten Sponsorennamen, bereist werden darf. Ich kanns kaum erwarten.

Kategorie : Interludium | Autor : hermann | Kommentare[2] | Trackbacks [0]
25 Apr 2010   05:08:07 pm
32. Spieltag 09/10
Werder Bremen - 1.FC Köln 1:0

Bei eitelstem Sonnenschein machten wir uns in Personenkraftwagen auf die Reise gen kleinstes Bundesland der Welt und stellten unterwegs bei Musik von Eisenpimmel und Lektüre aus dem Hause Fan Treff einmal mehr unter Beweis, dass ein gepflegter Auswärtsanhang mitnichten nur aus niveaulosem Pöbel bestehen muss, nein, einer solchen Reise kann problemlos auch ein intellektueller Anstrich verpasst werden. Nach einem ausgedehnten sommerlichen Lustwandel an den Ufern der Weser – einem wirklich überschaubaren Flüsschen, aber mit überaus einladender Begrünung rechts und links gesegnet – durfte der Gästeblock auf der frisch umgebauten Tribüne in Augenschein genommen werden, welcher zu einem klaren Urteil kommen ließ: naja. Zwar ist ein Stehplatzbereich im Oberrang ob seiner Seltenheit immer eine willkommene Abwechslung und die langgezogene Kurve wird wohl niemand vermissen, aber die Frage, warum es die hanseatische Ingenieurskunst nicht zu verhindern wusste, dass die Stützpfeiler der Dachkonstruktion durch das Gesichtsfeld des gewogenen Stadionbesuchers verlaufen, bleibt offen. Trotz Sichtbehinderung konnte der FC bei seiner über neunzig Minuten erfolgreichen Abwehrarbeit bewundert werden, welche aber dank eines Handelfmeters in der Nachspielzeit nicht mit Zählbarem belohnt wurde (Sportjournalisten-Jargon regelt). Nach erneutem Weserufer-Flanieren und der Aufnahme von Reiseproviant in Form von exotischen (bundes-)landestypischen Erfrischungen (kein Hasch, kein Crack – nur Haake-Beck) gab es keinen Grund noch länger am Ort der unnötigen Niederlage zu verweilen, was auch sogleich durch den gezielten Einsatz von Heimreisetätigkeit vermieden werden konnte. Zuhause ist es ja doch am schönsten. Und verlieren können wir auch hier.

Kategorie : Interludium | Autor : hermann | Kommentare[1] | Trackbacks [0]
11 Apr 2010   12:08:40 pm
30. Spieltag 09/10
18,99 € - 1.FC Köln 0:2

Dank des drakonischen Urteils des weisen DFB-Strafgerichtshofes zu Frankfurt, welches dem 1.FC Köln den Verkauf von Karten für den Gästeblock in der Arena der traditionsreichen TSG untersagte, reisten wir so zivil wie irgend möglich in zwei restlos ausgelasteten Kleinwagen gen Kraichgau. Mit an Bord waren Eintrittskarten im Gegenwert eines dritten Kleinwagens, aber wie sich noch herausstellen sollte, konnten die finanziellen Strapazen gar nicht zu groß sein. Nachdem das Stadion diskret infiltriert wurde, zeichnete sich relativ schnell ab, dass auch weitere Abordnungen aus der schönsten Stadt Deutschlands die Bereiche neben dem leerstehenden Gästeblock zu ihrem adäquaten Aufenthaltsort erklärt hatten. Dank des deeskalierenden (oder planlosen?) Handelns seitens der Ordner konnten sich so zwei Gästeblöcke, angefüllt mit entschlossenen und sangesfreudigen jungen Menschen, bilden, welche, bedingt durch die genretypische Zurückhaltung der Projektkunden, bald mit einer charmanten Mischung aus geistreichem Gepöbel, zielsicheren Provokationen und den beliebtesten Evergreens aus den guten alten Fußballtagen, ungehindert das Stadion beschallen durften. Dem DFB soll an dieser Stelle noch einmal herzlich für die stimmungstechnische Meisterleistung gedankt werden. Das eigentliche Spiel war zwar der Bundesliga nicht würdig, aber dank zweier Matuschyk-Treffern wurde es ein Leichtes, das europapokalreife Niveau auf den Rängen bis zum Schluss zu halten. Leider durften wir auf dem Rückweg noch einen kurzen Abstecher ins beschauliche Rüsselsheim – welches übrigens Touristen aus Jena-Lobeda an dieser Stelle ans Herz gelegt wird, sollten diese einmal an Heimweh leiden – einbauen, da es noch eine Kopfverletzung durch Fachpersonal zu versorgen galt. Diese wurde allerdings nicht durch traditionelle Fußballgewalt verursacht, sondern durch eine hinterhältige Fallstudie der Heckklappe eines ungeliebten Fiat Pandas. Möge er dafür bis ans Ende aller Zeiten in der Autohölle schmoren. Unterm Strich bleibt aber, dass die Auswärtsreise nach Achtzehnneunundneunzig die mit Abstand stimmungsvollste und unterhaltsamste der gesamten Saison war. Bremen und Nürnberg werden sich ordentlich ins Zeug legen müssen, um da auch nur ansatzweise mitzuhalten. Bleibt nur noch, beste Genesungswünsche gen Nippes zu richten. Kopfverletzte immer mit uns!

Kategorie : Interludium | Autor : hermann | Kommentare[1] | Trackbacks [0]
 
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