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| 15 Feb 2010 02:59:56 pm |
22. Spieltag 09/10 |
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Schalke 04 - 1.FC Köln 2:0
Lieber FC Schalke,
gestern habe ich wieder einmal das kuschelige Terrarium in deinem Stadion besucht, welches als Stehplatzbereich für Gästefans ausgewiesen ist. Ein Gast ist per Definition ein zum Verweilen oder zur Bewirtung eingeladener Besucher. Auf die Bewirtung habe ich einmal mehr dankend verzichtet, da mir Kartenbezahlsysteme - auf diesem Gebiet hast du ja Pionierarbeit geleistet - generell zuwider sind. Darüberhinaus fiel es mir aber ziemlich schwer, mich als eingeladener Besucher zu fühlen. Ich will an dieser Stelle nicht wie ein schlechter Verlierer klingen, schließlich erwarte ich von dir nicht, dass deine Gastlichkeit drei geschenkte Punkte umfasst. Nein, der Sieg deiner Mannschaft war vielleicht recht glanzlos, aber alles in allem verdient, sahen die Bemühungen unserer Offensivabteilung doch recht harm-, zuweilen sogar hilflos aus, was wohl als Folge der überaus konzentrierten Abwehrarbeit deiner Lizensspieler zu verstehen ist. Wer sich aber Gäste einlädt, sollte sich vielleicht im Vorfeld ein paar Gedanken über adäquate Unterbringung und angemessenen Umgang machen. Wieder einmal war es von Beginn an nicht leicht, in das Vergnügen zu kommen, in deinem Stadion verweilen zu dürfen, denn mehrere tausend weitere Gäste waren, wie auch ich, auf raue Mengen Geduld angewiesen, um eines der vier quälend langsam arbeitenden Drehkreuze zu passieren. Nun gut, hieran ist man ja aus der Vergangenheit gewöhnt und es macht nicht den Eindruck, dass du, lieber FC Schalke, hier irgendeinen Handlungsbedarf erkennen kannst. Aber vielleicht solltest du dir mal langsam ein paar Gedanken über die bescheidene Möglichkeit machen, wie deine Gäste das Stadion wieder verlassen können. Wenn nach Abpfiff sämtliche beinahe zweitausend Stehplatzbesucher gleichzeitig aufbrechen - womit zu rechnen ist, denn tatsächlich lädt die tolle Arena nicht wirklich zum unnötigen Verweilen ein, tun sie dieses durch einen Ausgang, dessen Abmessungen etwa denen einer durchschnittlichen S-Bahn-Tür entsprechen. Wurde man erstmal durch dieses Nadelöhr gequetscht, sieht man sich ungefähr zwei Meter weiter mit absteigenden Treppenstufen konfrontiert, sofern man sie überhaupt sieht, denn in diesem Gedränge ist es nur schwer möglich, überhaupt einen Blick auf die Bodenbeschaffenheit zu werfen. Der Grund, warum du, FC Schalke, so lange nicht Meister geworden bist, wird vielleicht der sein, dass alles dir zugedachte Glück dafür aufgebracht wurde, dass es an dieser Stelle noch zu keinen schlimmen Tragödien kam. Aber Glück sollte man nicht überstrapazieren. Wenn es irgendwann so weit ist - und so lange sich hier nichts ändert, wird es irgendwann unweigerlich dazu kommen - möchte ich von deiner Seite kein "damit hätten wir nicht rechnen können" hören; jeder, der schon einmal das Vergnügen hatte, durch dieses Loch gepresst zu werden, wird sich in schillernden Farben (vornehmlich rot) ausmalen können, was alles passieren kann, wenn erst einmal die ersten Unglückseligen die Stufen runtergepurzelt sind. Und dann möchte ich ungern dabei sein. Ich gönne das aber auch niemand anderem. Nicht einmal Lev*******ern.
Herzlichst
Hermann Kuttenkeuler
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Kategorie : Interludium
| Autor : hermann | Kommentare [2] | Trackbacks [0] |
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