Chemie rrh. - 1.FC Köln k.A.
Nach einer wirklich wunderschönen Schiffstour bei eitelstem Sonnenschein, für die an dieser Stelle noch einmal dem Dachverband gedankt werden soll, durfte sich die Delegation aus der Domstadt ein wahrlich erschütterndes Bild von der komplett verrohten Fauna am rechtsrheinischen Industriestandort machen. Sämtliche angetroffenen Gattungen - Hunde, Pferde und die großen Rudel in grün und blau - wussten lediglich durch ausgeprägte Unentspanntheit und überzogene Aggressivität aufzufallen, welche sich ab und an in Bissen, Tritten und plötzlichen Einsätzen von Pfefferspray manifestierten. Chemiedämpfe scheinen sich nicht wohltuend auf Geist und Seele auszuwirken. Um dem bedrohlichen Treiben zu entkommen, erschien der Weg in den Gästeblock als das probateste Mittel. Leider hatte ich da die Rechnung ohne den Wirt gemacht, welcher mir in Form eines gehorsamen Ordners sogleich Lokalverbot verpasste, da mein Deckel angeblich voll sei. Katholiken glauben, nach zwei Maß Weißbier noch Auto fahren zu dürfen, Protestanten wissen, dass dem mit 1,5 Promille nicht mehr so ist, und Atheisten wird mit mit einem Wert von 1,7 der Stadionbesuch verwehrt. Ja, der freundlichste Fußballlyriker der Welt, vielleicht sogar ganz Kölns, war kläglich an einer überraschenden Alkoholkontrolle gescheitert. Zwar gab der vollstreckende Ordner zu, dass Eloquenz und der Feinschliff meiner Formulierungen auf einen Zustand weit entfernt eines eventuellen Kontrollverlusts schließen ließen, aber das Gerät würde nicht lügen und das Hausverbot wäre ja auch zu meiner eigenen Sicherheit. Draußen, zwischen panischen Pferden, bissigen Hunden und überdrehten Beamten, fühlte ich mich auch in der Tat gleich viel sicherer. Danke für alles, Pillenscherge.
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