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| 14 Mar 2010 04:55:19 pm |
26. Spieltag 09/10 |
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Mainz 05 - 1.FC Köln 1:0
Immerhin existieren, ungeachtet der Tatsache, dass der FC wohl zähneknirschend dem Abstiegskampf wieder ein freundliches Hallo entrichten darf, auch zwei gute Nachrichten, die es aus der selbsternannten Karnevalshochburg zu vermelden gibt. Zum einen wurde mir keine Sonderbehandlung nebst Alkoholkontrolle am Satdioneingang zuteil, wodurch ich wieder meinen artgerechten Platz in der Kurve (die natürlich in diesem Falle keine Kurve im eigentlichen Sinne, sondern die Gegengerade war) einnehmen durfte. Leider ließ das Gebotene diese Freude nur kurz währen, denn sowohl das lustlose Treiben auf dem Rasen, als auch das Feuerwerk an guter Laune auf den Rängen, ließen ein wenig zu wünschen übrig. Wobei der Kölner Anhang anfangs zumindest noch ein wenig Eifer an den Tag legte, um den Mainzer Närrinnen und Narren einmal bildlich zu demonstrieren, dass die Unterstützung der eigenen Mannschaft auch von der Tribüne ausgehen kann, also nicht zwangsläufig einer peinlichen Aufforderung eines hysterischen Stadionsprechers bedarf. Dieser wurde vermutlich erst kürzlich einem Jahrmarkt abgeworben, auf dem er mit seinen verbalen Auswürfen die Jaguarbahn beschallen durfte. Andererseits braucht man in Mainz vielleicht auch einen Animateur auf Ballermann-Niveau, der gerne während des laufenden Spiels von seinem brodelnden Publikum den ein oder anderen Szenenapplaus einfordert, denn stimmungsmäßig in Vorleistung zu treten scheint keine Stärke des hiesigen Anhangs zu sein. Erst als der Führungstreffer fiel, und etwas später, als sich tatsächlich der Heimsieg abzeichnete, hielten sich die Fans ausreichend unterhalten, um auch mal etwas zurückzugeben. Die Tatsache, dass diese Konsumhaltung auch noch mit drei Punkten belohnt wird, bestätigt einmal mehr die Aussage Marcus Tullius Ciceros, dass das Glück blind ist, und beweist, dass der Teufel in der Regel eben einfach auf den größten Haufen scheißt. Nun gut, moralisch und ästhetisch mag hier etwas schiefgelaufen sein, sportlich darf ich mich aber nicht beschweren, denn wer selbst in Überzahl absolut keinen Elan an den Tag legt, darf sich am Ende nicht darüber wundern, mit leeren Händen nach Hause zu gehen. Ich tat das nicht, denn - hier komme ich zur zweiten guten Nachricht - bereits mit dem Abpfiff freute ich mich bereits auf die neueste Errungenschaft aus dem Kaufladen meines Vertrauen, welches eisgekühlt im Auto auf mich wartete: Paderborner Pils im sportlichen Stubbi. Das 'Kult Rückfahrt Bier' im Kultgebinde. Es vermochte zwar nicht den Schmerz der Niederlage zu lindern, aber es störte auch nicht auf dem Rückweg beim Sammeln guter Gründe, warum Mainz bitteschön zeitnah wieder absteigen möge. Wenn hier Karneval ebenso enthusiastisch wie Fußball zelebriert wird, wundern mich jedenfalls nicht mehr die Massen süddeutscher Touristen, die einem in Köln während der tollen Tage über den Weg laufen.
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Kategorie : Interludium
| Autor : hermann | Kommentare [1] | Trackbacks [0] |
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