Werder Bremen - 1.FC Köln 1:0
Bei eitelstem Sonnenschein machten wir uns in Personenkraftwagen auf die Reise gen kleinstes Bundesland der Welt und stellten unterwegs bei Musik von Eisenpimmel und Lektüre aus dem Hause Fan Treff einmal mehr unter Beweis, dass ein gepflegter Auswärtsanhang mitnichten nur aus niveaulosem Pöbel bestehen muss, nein, einer solchen Reise kann problemlos auch ein intellektueller Anstrich verpasst werden. Nach einem ausgedehnten sommerlichen Lustwandel an den Ufern der Weser – einem wirklich überschaubaren Flüsschen, aber mit überaus einladender Begrünung rechts und links gesegnet – durfte der Gästeblock auf der frisch umgebauten Tribüne in Augenschein genommen werden, welcher zu einem klaren Urteil kommen ließ: naja. Zwar ist ein Stehplatzbereich im Oberrang ob seiner Seltenheit immer eine willkommene Abwechslung und die langgezogene Kurve wird wohl niemand vermissen, aber die Frage, warum es die hanseatische Ingenieurskunst nicht zu verhindern wusste, dass die Stützpfeiler der Dachkonstruktion durch das Gesichtsfeld des gewogenen Stadionbesuchers verlaufen, bleibt offen. Trotz Sichtbehinderung konnte der FC bei seiner über neunzig Minuten erfolgreichen Abwehrarbeit bewundert werden, welche aber dank eines Handelfmeters in der Nachspielzeit nicht mit Zählbarem belohnt wurde (Sportjournalisten-Jargon regelt). Nach erneutem Weserufer-Flanieren und der Aufnahme von Reiseproviant in Form von exotischen (bundes-)landestypischen Erfrischungen (kein Hasch, kein Crack – nur Haake-Beck) gab es keinen Grund noch länger am Ort der unnötigen Niederlage zu verweilen, was auch sogleich durch den gezielten Einsatz von Heimreisetätigkeit vermieden werden konnte. Zuhause ist es ja doch am schönsten. Und verlieren können wir auch hier.
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